Das Photo: Roman

Das Photo: Roman

Penelope Lively

Language: German

Pages: 180

ISBN: B004OL2WJI

Format: PDF / Kindle (mobi) / ePub


»Was mich interessiert, ist das Gedächtnis, die Art und Weise, wie Menschen und Landschaften aus Erinnerungen zusammengesetzt sind.« Penelope Lively

Nach dem Tod seiner bildschönen Frau findet Glyn ein altes Photo von ihr, auf dem sie mit einem anderen Mann Händchen hält. Wann und wo wurde das Photo gemacht? Dieser Nachweis der Untreue – für lange Jahre versteckt – lässt Glyn nicht ruhen. Ganze Lebensentwürfe gehen bei seinen Nachforschungen in die Brüche. Kann er die Wahrheit über Kath herausfinden?

Penelope Lively entwickelt hier mit wunderbarer Leichtigkeit das Bild einer Frau, die ganz anders war, als ihr Mann ein Leben lang dachte. Der neue Roman der »Booker«-Preisträgerin: klug und mit feinstem englischen Humor.

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Kunden für ein Theater machen, sie ist auf dem Sprung und geht gleich mit ein paar Freunden abhängen, was Nettes essen. Sie ruft noch vor dem Wochenende wieder an, vielleicht saust sie am Sonntag kurz zum Mittagessen rüber, je nachdem, wie’s läuft - na, wollte mich nur mal melden, die Woche war der Wahnsinn, passt auf euch auf, bis bald. Pollys Stimme dringt in die Küche wie eine Nachricht von einem anderen Stern, was irgendwie auch zutrifft. Elaine weiß viel vom Leben ihrer Tochter: die

einen Schock gekriegt, als er Elaine mit Sonia über den Umsatz des letzten Jahres reden hörte. Und nachdem die Dinge so liegen, findet er es ziemlich heftig, dass sie wegen eines neuen Autos für ihn gleich so rabiat wird. Gelegentlich, wenn Nick Elaine ansieht, überkommt ihn Unruhe. Ihn beschleicht dieses komische Gefühl, dass sie jemand anderer ist, eine Person, die er gar nicht so gut kennt. Absurd, denn sie ist die Frau, mit der er jeden Abend zu Bett geht - na ja, meistens jedenfalls, denn

ihre Szene. Mum hat ihn anscheinend als Erste kennen gelernt, Näheres hab ich nie so ganz rausgekriegt. Glyn war nicht der ausgesprochene Gelehrtentyp. Er war damals viel im Fernsehen zu sehen - wie er auf römischen Festungen und so rumstiefelte und sich darüber ausließ. Als Teenie fand ich ihn sogar ziemlich beeindruckend. Was der reden konnte! Und er hatte was von Richard Burton an sich. Richard Burton mit einem Touch Heathcliff. Offenbar hatte er es sofort auf Kath abgesehen, nachdem er sie

mehr. Was ihn belastet, bricht in einem Schwall zusammenhangloser, wirrer Sätze aus ihm heraus. Na klar muss Kath Affären gehabt haben, sagt er, ich meine - sie war doch ständig von Männern belagert, oder? Und sie war ja so was von hübsch. Aber sie hat’s nicht drauf angelegt. War nicht frivol oder so. Genauso wenig wie ich. Ehrlich gesagt, Olly, ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Oder in sie, so gesehen. Verrückt war das. Blöd. Aber das ist doch alles längst gegessen, warum, zum Teufel,

flitzt im hohen Gras herum, und er erlebt die Befriedigung, auf einen perfekten Apfel zu stoßen - ohne Flecken, ohne Grind oder Wurmlöcher. Er sieht diesen merkwürdigen Ausdruck in Kaths Gesicht. Bruchstücke des Gesagten hallen wider: �Mein Herz ist nicht gebrochen … Wichtig ist, dass man sich davonmacht … Bevor sie es sich anders überlegen.« Der Rest ist unzuverlässig - vielleicht war es so, vielleicht haben sich spätere Erkenntnisse dazugesellt, vielleicht hat das Bedürfnis nach einer

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